Agnes zieht nicht nur ihre Tochter Karin allein groß, sondern auch ihre Enkelin Inga. In der Sorge um diese beiden Kinder verschließt sie sich anderen Zugängen zum Leben. Als Karin die inzwischen dreizehnjährige Inga schließlich doch zu sich nehmen will, verweigert Agnes ihre Zustimmung. Sie glaubt, dass Karins Leben als Mitglied einer fahrenden Schauspieltruppe für ein Kind nicht geeignet ist. Wie in Brechts „Kreidekreis“, in dem Karin so oft die Grusche gespielt hat, zerren beide Frauen an dem Mädchen. Beide greifen zu drastischen Mitteln und es kommt zum Bruch zwischen ihnen.

Nach einem „Unfall“, den sie nur knapp überlebt, lebt Agnes nun in einer Art freiwilligen Isolation, aber es gelingt ihr noch, sich auf Gefühlsbeziehungen zu den wenigen Menschen einzulassen, die sie in ihrer selbstgewählten Einsamkeit besuchen. Im Nachdenken über die vergangenen Jahre bleibt ihr die Tochter zwar immer noch fremd, aber sie wird sich allmählich auch ihrer eigenen Vorbehalte bewusst.