„Letzte Ausfahrt vor der Grenze“ Erzählungen, Haymon Verlag 2011

"Schuhe für Ruth" - Roman, Skarabaeus Verlag, Innsbruck 2008

"Frauen im Schlafrock" - Roman, Skarabäus Verlag Innsbruck. 2005

"Nackte Helden und andere Geschichten von Frauen", Skarabaeus-Verlag Innsbruck, 2003 (aufgenommen in die ORF-Bestenliste, von der Wiener Stadtzeitschrift Falter zu den zehn besten Büchern des Jahres 2003 gewählt).

"Mitten im Weg" - Roman, Haymon-Verlag Innsbruck 1997

"Wasser für Franek" - Erzählung, Haymon-Verlag Innsbruck 1993

 

Letzte Ausfahrt vor der Grenze

"Letzte Ausfahrt vor der Grenze"

Erzählungen, Haymon Verlag 2011


"Wo ist das Leben am schwersten zu ertragen? Natürlich dort, wo es einem am leichtesten gemacht wird, also in Wellnesshotels, Thermalbädern, Swingerklubs zum Beispiel. Dort geht es ohne anstrengende Umwege zur Sache, mag diese Gesundheit oder Geilheit heissen. Erschöpft, wie die Leute davon sind, auf solche Weise ihrem gemeinsamen Glück nachzujagen, muss ihnen dann die Paartherapeutin wieder aufhelfen. In der ersten von achtzehn klug gebauten Beziehungsgeschichten, die die Tiroler Autorin Irene Prugger zu der Sammlung «Letzte Ausfahrt vor der Grenze» vereint, sitzt ein unglückliches Paar vor der Therapeutin und versichert, so glücklich wie schon lange nicht mehr zu sein. Die Therapeutin kämpft pflichtbewusst gegen die Langeweile und denkt zwischendurch an ihren eigenen Beziehungskram, den auch einmal ein anderer für sie aufräumen müsste. Prugger führt ihre Figuren gerne an Grenzen heran, aber selbst wenn sie einmal das Ungewöhnliche wagen, werden sie meist bald von der Routine eingeholt. Gaston etwa schlägt seiner Frau vor, zum Hochzeitstag möge man sich gegenseitig eine Woche schenken, in der jeder für sich machen könne, was er will. Er ist ziemlich verunsichert, als sie das Angebot bereitwillig annimmt. So gehen beide ihre eigenen Wege, die sie am Ende im selben Hotel zusammenführen. Irene Prugger hat ein feines Gespür für die Abgründe, die sich im Alltäglichen auftun, verspürt jedoch nicht den Drang, ihre Figuren unbedingt in diese hinabzuschubsen. Sie ist eine erfahrene, menschenfreundliche Erzählerin, die die Schwächen ihrer Gestalten kennt, ohne sie dafür zu verachten."
Karl Markus Gauß in der Neuen Zürcher Zeitung

 

Schuhe fü Ruth

"Schuhe für Ruth"

Roman, Skarabaeus Verlag, Innsbruck 2008

Ruth liebt Schuhe. Allerdings kann sie sich als allein erziehende Mutter nur selten neue leisten. Der Vater ihrer Kinder ist über alle Meere und zahlt keine Alimente. Auch sonst sind die Freiheiten eingeschränkt: das Jugendamt hat ein Auge auf Ruth, dann schneit eines Tages eine Betreuerin ins Haus: die sportliche Nadine soll die Kinder von ihrem Übergewicht befreien.

Wozu Widerstand leisten, wenn alle nur das Beste wollen? Ruths Leben bekommt tatsächlich neuen Schwung. Sie lernt einen netten Mann kennen. Kann Ruth ihm trauen? Kann sie sich selbst trauen und ihrer Freundschaft mit Gabriele? Gibt man sich mit dem Glück der kleinen Leute zufrieden oder wagt man das Große, wagt man den Schritt über die Grenze, wagt man die Liebe?

Herzenswarm und klug, pointiert und mit viel Sinn für Ironie beschreibt Irene Prugger Ruths Blick auf die Welt – ein Lesevergnügen.

"Sprachlich brillant und geradlinig, mit feinem Sinn für Humor, treibt Prugger die Geschichte voran, aus der es für den Leser kein Entrinnen gibt. Wer Ruth einmal kennengelernt hat, will mit ihr bis dorthin, wo 'das Leben aufregende neue Möglichkeiten im Angebot' hat."
Brigitte Warenski, Tiroler Tageszeitung

"Was Pierre Bourdieu in ´Die feinen Unterschiede´ wissenschaftlich erfasst hat, zeigt Prugger emotional erfahrbar: Die Ängste, Einschränkungen und Machtlosigkeiten der sozial Bedrohten, das problematische Gönnertum des Staates und derer, die sich ihrer sozialen Stellung sicher sind. Dabei ist es ihr gelungen, ein plastisches Bild zu entwerfen, frei von eindimensionalen Sichtweisen und ideologischen Intentionen."
Cenet Weisz, Schriftsteller

"Das Buch ist leicht und flüssig zu lesen. Und kaum schmunzelt man oder lacht man auf, so spürt man bereits wieder die Erde beben und Gräben auftun. Schuhe für Ruth – das ist Erzählen, wie es etwa englischsprachige Autoren so gut beherrschen. Unterhaltsam, also niveauvoll, spannend und immer wieder auch mit Spiegeleffekten für die, die sich selbst darin entdecken können."
Martin Sailer, ORF Tirol

 

Frauen im Schlafrock

"Frauen im Schlafrock"

"Das Buch ist eine sehr kluge wie letztlich ratlose Klage über eine bestimmte Verfassung des modernen Menschen, besonders in seiner weiblichen Ausformung."
Literatur+Kritik, Helmut Gollner

"Irene Prugger führt uns in ihrem Roman mit viel Ironie und Witz eine Protagonistin vor, die ziellos durchs Leben treibt ... Irene Prugger entlarvt in "Frauen im Schlafrock" mit großer Leichtigkeit herrschende Geschlechterklischees und verzichtet dabei auf moralische und ideologische Zurechtweisungen."
Die Presse, Christa Gürtler

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Nackte Helden

"Nackte Helden und andere Geschichten von Frauen"

Erzählungen, Skarabaeus Verlag, Innsbruck 2003

In diesen 15 Erzählungen paaren sich nicht bloß Geschlechter, sondern Ironie und Gefühl, Witz und Aberwitz, Alltag mit ganz und gar nicht Alltäglichem: Geschichten von Frauen, die auf der Höhe unserer Zeit sind und in existenzielle Tiefen tauchen. Der genaue Blick richtet sich gezielt und fantasievoll auf Komik und Tragik zwischenmenschlicher Beziehungen.

Aufgenommen in die ORF-Bestenliste 2003.

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"Mitten im Weg"

Roman, Haymon Verlag, Innsbruck 1997

Agnes zieht nicht nur ihre Tochter Karin allein groß, sondern auch ihre Enkelin Inga. In der Sorge um diese beiden Kinder verschließt sie sich anderen Zugängen zum Leben. Als Karin die inzwischen dreizehnjährige Inga schließlich doch zu sich nehmen will, verweigert Agnes ihre Zustimmung. Sie glaubt, dass Karins Leben als Mitglied einer fahrenden Schauspieltruppe für ein Kind nicht geeignet ist. Wie in Brechts "Kreidekreis", in dem Karin so oft die Grusche gespielt hat, zerren beide Frauen an dem Mädchen. Beide greifen zu drastischen Mitteln und es kommt zum Bruch zwischen ihnen.

Nach einem "Unfall", den sie nur knapp überlebt, lebt Agnes nun in einer Art freiwilligen Isolation, aber es gelingt ihr noch, sich auf Gefühlsbeziehungen zu den wenigen Menschen einzulassen, die sie in ihrer selbstgewählten Einsamkeit besuchen. Im Nachdenken über die vergangenen Jahre bleibt ihr die Tochter zwar immer noch fremd, aber sie wird sich allmählich auch ihrer eigenen Vorbehalte bewusst.

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"Wasser für Franek"

Erzählung, Haymon Verlag, Innsbruck 1993

Familie Franek hat es geschafft. Nach jahrelangem zähem Kampf, durch Anbiederung bis zur Selbstverleugnung, ist dem Fabrikarbeiter Hans und seiner Frau Helene der ersehnte gesellschaftliche Aufstieg gelungen, gekrönt durch die Heirat der Tochter Kathi mit dem Sohn des Chefs. Nun lebt diese in einem noblen Villenviertel, wo man sich hinter penetrant Reichtum und Sorgenfreiheit ausstrahlenden Fassaden versteckt und nie verwirklichte Träume hegt.